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Blattsilber und seine Tücken

Blattsilber wird sowohl bei der Polimentversilberung als auch zur Versilberung mit Mixtion und Anlegemilch verwendet. Blattsilber wird aus reinem Silber hergestellt und ist nur für Versilberungen im Innenbereich geeignet. Blattsilber muß unverzüglich nach der Verarbeitung einen Lacküberzug erhalten, da es an der Luft zu oxidieren beginnt.  

Bei der Verarbeitung sind einige Besonderheiten zu beachten:

Blattsilber sollte nur in einer Werkstatt oder in einer Umgebung mit geringer Luftfeuchtigkeit verarbeitet werden, da das Material sehr schnell oxidiert.

In Werkstätten in denen mit Säuren gearbeitet und mit Lösemitteldämpfen zu rechnen ist, sollte keine Blattversilberung ausgeführt und kein Blattsilber in Büchlein eingelagert werden

Blattsilber darf nicht mit den Händen angefasst werden, um spätere Oxidationsflecken zu vermeiden.

Beim Versilbern mit einem Anschießer, sollte dieser nicht mit Vaseline gefettet werden, da die Fettrückstände eine gewollte und gleichmäßige Oxidation verhindern. Wenn der Anschießer über ein mit Petroleum beträufeltes Tuch gestrichen wird, kann das Blattsilber problemlos aufgenommen werden. Petroleum verdunstet rückstandsfrei und hinterlässt keine Rückstände auf dem Blattsilber.

Lacküberzüge für Blattsilber und deren Probleme

Jede Versilberung muß zum Schutz vor Oxidation mit einem Lack geschützt werden. Bei kleinen Oberflächen und Bilderrahmen sind Schellack und Zaponlack gebräuchlich. Bei Wandflächen und größeren Möbeloberflächen beginnt die Herausforderung.

Die meisten Lacke sind für Blattsilber bedauerlicherweise ungeeignet. Die häufigsten Probleme treten wie nachstehend beschrieben auf:

- Das Blattsilber oxidiert unter dem Lack

- Der Lack verfärbt sich und wird braun

- Die getrocknete Lackschicht läßt sich wie eine Folie von der Blattsilberoberfläche abziehen

In allen Fällen führen diese Probleme zu irreparablen Schäden, welche eine Wiederholung der Arbeit erfordern. Die Gründe für diese Probleme sind vielseitig und nicht immer voraussehbar.

Wenn das Blattsilber oxidiert, kann das am Untergrund liegen. Ein nicht abgesperrter oder ein nicht genügend getrockneter Untergrundaufbau sind häufige Ursachen. Weiterhin sind nicht geeignete Überzugslacke und zu dicke Lackschichten mögliche Ursachen für diese Art von  Problemen

Wenn der Lack braun wird, liegt es meist an einer fehlenden UV Komponente im Lack.  Weitere Ursachen können eine Unverträglichkeit des Lacks mit dem verwendeten Klebstoff oder dem Silber sein.

Wenn sich die Lackschicht von der Blattsilberoberfläche abziehen läßt, war es der falsche Lack. Nur wenige Lacke eignen sich als Überzugslack für Blattsilber. Aktuell können wir Acryl-Parkettlacke mit Vorbehalt empfehlen. Da Lackhersteller laufende Produktoptimierungen vornehmen, muß jedes neu erworbene Lackgebinde vor dem Einsatz auf Silber getestet werden.

Die Probleme der Oxidation und dem Ablösen der Lackschicht von versilberten Oberflächen lassen sich meist mit einem Zwischenanstrich lösen. Dazu wird eine dünne Schicht warmer flüssiger Hasenleim- oder Gelatinelösung auf die Blattsilber Oberfläche aufgetragen. Nach Trocknung der Leimschicht kann eine erste Lackschicht dünn aufgenebelt werden. Nach einer weiteren Trocknungszeit erfolgt der Auftrag einer weiteren Lackschicht.  Durch den Hasenleim entsteht eine Trennschicht und Haftschicht, welche die Oxidation des Silbers und das Ablösen der späteren Lackschichten verhindert.

Wichtig: vor jeder größeren Versilberung müssen Versuche durchgeführt werden.

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