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Schlagmetall: Oxidation ist das Problem

Die klare Aussage lautet: Schlagmetall oxidiert, egal wie Sie es verarbeiten. Sie können den Oxidationsprozess verlangsamen oder, ob gewollt oder ungewollt, bei der Verarbeitung des Schlagmetalls sogar verstärken.

Werkstatt / Baustelle: Die Luftfeuchtigkeit in der Werkstatt oder auf der Baustelle muß kontrolliert werden. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einer beschleunigten Oxidation bei der Verarbeitung von Schlagmetall. Die ideale Werkstatt / Baustelle verfügt im Sommer über eine Klimaanlage und im Winter über eine Heizung.

Untergründe:  Der zu metallisierende Untergrund muß sauber, fettfrei, abgesperrt, lackiert und gut  ausgegast sein. Tipp: Solange der Lack ausgast und riecht, wird nicht mit Schlagmetall vergoldet. Frisch lackierte Oberflächen stellen ein hohes Oxidationsrisiko für das Schlagmetall / Kupfer dar.

Klebstoffe: Genau genommen sind alle Klebstoffe für Schlagmetall nicht geeignet, da sie die Oxidation des Metalls fördern. Der gewählte Klebstoff muß dünn aufgetragen und die Trocknungszeiten unbedingt vor der Vergoldung abgewartet werden.

Arbeiten mit Schlagmetall: Schlagmetall immer kühl und trocken lagern. Schlagmetall muß immer gut verschlossen im Karton oder Büchlein aufbewahrt werden.  Schlagmetall nie mit den Fingern anfassen (Fingerabdrücke oxidieren auch unter einem Lacküberzug weiter).  Beim Verarbeiten von Schlagmetall  immer Baumwollhandschuhe anziehen. Achtung: Im Sommer schwitzen die Hände und die Baumwollhandschuhe werden feucht. Die nicht angenehme Lösung für dieses Problem ist, Latexhandschuhe unter den Baumwollhandschuhen zu tragen.

Lacküberzug: Schlagmetall muss sofort (immer am gleichen Tag) mit einem Überzugslack vor Oxidation geschützt werden. Es müssen immer wieder neue Versuche ausgeführt werden, da Lackhersteller ihre Lackrezepturen laufend "optimieren".  Diese Lackoptimierungen führen des Öfteren zu unerwarteten Problemen bei den mit Schlagmetall vergoldeten Oberflächen. Bei großen Oberflächen muß immer ein zweifacher Lacküberzug erfolgen. Eine versehentlich vergessene Lackierung an einigen Stellen  führt umgehend zu einer Oxidation und kostspieliger Reklamation.

Pinsel/Pistole:  Bei Lacküberzügen immer mit sauberen Pinseln arbeiten. Dünne Lackschichten sind wichtig. Bei der Verwendung einer Lackpistole soll die erste Lackschicht dünn genebelt werden.  Druckluftanlagen immer mit einem Kältetrockner betreiben. Feuchtigkeit in der Druckluft fördert die Oxidation.

Restaurierung: Auch ein gut vergoldetes und lackiertes Schlagmetall wird sich langsam verfärben. Das macht eine Restaurierung schwierig, da eine partielle Neuvergoldung mit großem Aufwand getönt werden muß. Meist ist eine komplette Neuvergoldung die schnellere und somit kostengünstigere Lösung.

Kalkulation - Kosten: Das zu vergoldende Objekt, der Finanzetat und der langfristige Kostenvergleich sind die Entscheidungskriterien für die Verwendung von Schlagmetall oder Blattgold.

Blattgold oder Schlagmetall ?  Bei einer Ölvergoldung mit Blattgold stehen den Materialkosten ca. das 2-3fache an Lohnkosten gegenüber. Die anfallenden Lohnkosten für eine Ölvergoldung mit Blattgold oder mit Schlagmetall sind in ihrer Höhe ziemlich vergleichbar. Die Mehrkosten durch das Arbeiten mit den kleinen Blattgoldblättern werden durch die eingesparte Überlackierung, welche bei einer Schlagmetallfläche anfällt, wieder  ausgeglichen. 

Die Materialkosten von Schlagmetall / Schlagkupfer zu Blattgold stehen in einem Verhältnis von  ca.  1 : 40 

Beispiel:  1.000 €  Blattgold +  2.000 € Lohnkosten =  ca.  €  3.000,--

                25 € Schlagmetall +  2.000 € Lohnkosten =  ca.  € 2025,--

Zwischenergebnis: Die erste Vergoldung mit Schlagmetall ist immer günstiger. Doch schon bei der ersten Restaurierung der Schlagmetall - Oberfläche wird es dann teuer. Die gesamten Kosten der Schlagmetall Vergoldung + ersten Restaurierung übersteigen die der gut erhaltenen Blattgoldoberfläche um bis zu 35 %.

Beispiel Gesamtkosten nach der 1. Restaurierung:  50 € Schlagmetall + 4.000 € Lohnkosten =   Gesamtkosten   ca. €  4050,--

Information: Die Blattgoldoberfläche (ab 22 Karat im Innenbereich) muß nicht überlackiert werden. Das spart Material und viel Zeit.  Das Blattgold  oxidiert nicht und behält seine metallische Oberfläche mit der natürlichen Reflektion und dem ewigen Glanz.

Erkenntnis:  Schlagmetall ist ein günstiges Material für kurzlebige Oberflächenmetallisierungen.

Der Ärger über die Oxidation hält länger, als die Freude über den günstigen Preis.

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