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Goldschnitt bei Büchern

Als Buchschnitt bezeichnet man die drei geschnittenen Seiten eines Buches. Bei einem Goldschnitt werden diese drei geschnittenen Seiten in mehreren Arbeitsgängen mit echtem Blattgold vergoldet.

Die klassische Methode, einen Buchschnitt zu verzieren, ist eine Vergoldung in Polimenttechnik. Das Buch wird dafür fest in eine Buchpresse gespannt und dann am Schnitt sparsam mit einer dünnen Leimlösche eingestrichen. Zwei weitere dünne Polimentschichten dienen dann als Poliergrund und  Träger für das Blattgold.  Die getrockneten Polimentschichten werden vorsichtig, Stück für Stück mit einer Spiritus-Wassermischung benetzt und gleich mit Blattgold belegt. Der Vergolder spricht vom "Anschießen" des Blattgoldes. Nach der Trocknung wird mit einem Achat-Polierstein die Blattgoldfläche  aufpoliert. Das Ergebnis ist ein glänzend vergoldeter Buchschnitt.

Das Öffnen der vergoldeten Seiten ist ganz einfach. Man nimmt das Buch aus der Presse, rollt die Seiten behutsam in den Händen und lässt sie dann durch die Finger laufen. Dabei bricht die Schicht aus  Leim, Poliment, und Blattgold und die einzelnen Blätter trennen sich wieder voneinander. Klappen Sie das Buch wieder zu und sie haben einen perfekt vergoldeten Goldschnitt vor Augen.

Der Goldschnitt kann auch in der Technik der Ölvergoldung ausgeführt werden. Dazu das Buch in der Presse einspannen und den Buchschnitt zweimal leicht mit dünner Schellacklösung einstreichen. Jeden Schellackauftrag gut trocken lassen. Nun den Buchschnitt vorsichtig mit verdünntem Anlegeöl / Mixtion Lefranc einstreichen und mit einem Tuch abziehen. Die Trocknungszeit der Mixtion abwarten, vergolden, einkehren und aufpolieren. Vergolden ist mit losem Blattgold, aber auch mit Transfergold möglich. Das Buch aus der Presse entnehmen und die Seiten wie oben beschrieben trennen.

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